Beirut, Libanon, Dienstag, 04.08.2020, 18:08 Uhr Ortszeit, Hauptverkehrszeit: Wie aus dem Nichts erschüttert eine gewaltige Detonation ganz Beirut. Eine riesige Rauchwolke steigt pilzförmig in den Himmel auf, gefolgt von einer sich blitzschnell kreisförmig ausbreitenden Druckwelle. Es dauert lediglich wenige Sekunden, um die Stadt in Schutt und Asche zu verwandeln. Große Teile des Hafens sowie die angrenzenden Stadtgebiete werden vollkommen verwüstet. Autos werden wie Spielzeuge durch die Luft geschleudert, ganze Gebäude werden einfach weggeblasen, als wären es Kartenhäuser. Noch in 20 Kilometern Entfernung lässt die Druckwelle Fenster bersten. Trümmer und Glasscherben übersäen die Straßen bis weit aus dem Stadtgebiet hinaus. Sogar im rund 50 Kilometer entfernten Nordbezirk Israels sowie im 240 Kilometer entfernten Nikosia auf der Mittelmeerhalbinsel Zypern wird die Erschütterung der Explosion wahrgenommen.

 

Beirut_Strasse_Shopping

Nur eine der wunderschönen Shopping-Strassen in Beirut.

 

Laut der WHO wurde über die Hälfte der 55 Krankenhäuser und Gesundheitszentren in Beirut so schwer beschädigt, dass Verletzte dort keine Hilfe mehr bekommen können. Die UNESCO teilte mit, dass etwa 8000 Gebäude beschädigt wurden. Das Deutsche Geoforschungszentrum GFZ verglich die Erschütterungen mit einem Erdbeben der Stärke 3,5. Laut den Angaben der libanesischen Regierung verloren mindestens 190 Menschen ihr Leben, mehr als 6500 Personen wurden verletzt. Innerhalb nur eines Wimpernschlages verloren rund 300.000 Menschen ihr Zuhause und wurden zu Obdachlosen. Am Explosionsort selbst hinterließ die Detonation einen 140 Meter breiten und 40 Meter tiefen Krater. Laut ersten Schätzungen liegt die Höhe der entstandenen Sachschäden bei bis zu fünf Milliarden US-Dollar (knapp 4,25 Milliarden Euro). In unmittelbarer Nähe des Explosionsherdes befand sich ein großer Getreidespeicher, der weitgehend zerstört wurde. 15.000 Tonnen Getreide wurden kontaminiert und müssen entsorgt werden. Laut eines Regierungsbeamten reichen die Nahrungsmittelvorräte nur noch für knapp einen Monat. Der Analyst Makram Rabah teilte mit: „Diese Explosion ist der Sargnagel für die Wirtschaft. (…) Wenn wir uns die Zerstörung dieser Silos anschauen, bedeutet das, dass wir auf eine Hungerkrise und Engpässe bei Brot zusteuern.“

 

Beirut steht unter Schock

 

Den Libanon trifft dieses Unglück inmitten einer schweren Wirtschaftskrise. Weltweit gehört das Land zu den Staaten mit den höchsten Schulden. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Die Corona-Pandemie verschlimmerte die Lage zusätzlich. Das ohnehin bereits geschwächte Gesundheitssystem ist derzeit völlig überfordert. Angesichts der vielen Verletzten wurde ein noch bestehender Lockdown ausgesetzt. Daraus resultieren weiter ansteigende Infektionszahlen. Die Bevölkerung hilft sich gegenseitig wo sie kann. Einige Menschen, die ihre Wohnung verloren haben, wurden von fremden Personen kurzerhand bei sich aufgenommen. Immer wieder werden Worte laut, die Hoffnung machen sollen: „Wir sind Überlebende und werden aus den Trümmern wieder auferstehen.“ Unterstützung beim Wiederaufbau der Stadt ist mittlerweile aus der ganzen Welt vor Ort.

 

Interplast-Germany e.V.

 

Unter ihnen befindet sich auch das Ärzte-Ehepaar Dr. André und Eva Eisenhardt-Borsche. Schon seit Jahrzehnten zieht es Dr. med. André Borsche (Chefarzt der Abteilung für Plastische & Rekonstruktive Chirurgie im DiakonieKrankenhaus Bad Kreuznach und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie) und seine Frau Dr. med. Eva Eisenhardt-Borsche (Fachärztin für Allgemeinmedizin) in ihrer Urlaubszeit in so genannte Entwicklungsländer, um dort ehrenamtlich und kostenlos plastische Operationen durchzuführen. Als Gründungsmitglied des gemeinnützigen Vereins Interplast-Germany e.V. schenkt Dr. André Borsche durch sein Fachwissen Menschen mit Gesichtsfehlbildungen, Verbrennungsnarben sowie Defekten durch Unfälle und Kriegsfolgen ein neues Leben. Auch Dr. med. Edouard Manassa ist aktives Mitglied bei Interplast und nahm an zahlreichen Einsätzen in Namibia und Indien teil. Er weiß nur allzu gut, wieviel Kraftiese Einsätze den Ärzten abverlangen. Selbst vor dem Hintergrund solch belastender Erfahrungen und Eindrücke bietet sich seinen Kollegen, dem Ehepaar Dr. Borsche, in Beirut ein erschütterndes Szenario von bis dahin unbekanntem Ausmaß.

 

Informationen direkt von der Quelle

 

Dr. med. Manassa hat seine Wurzeln im Libanon. Geboren wurde er im Krankenhaus der amerikanischen Universität in Beirut. Die schockierende Nachricht über die Explosion und die tragischen Bilder, die ihn in Ratingen erreichten, trafen auch ihn tief ins Mark. Dr. Manassa steht in engem Kontakt zu seinem Cousin, Dr. Ziad Mansour, Leiter der Abteilung für Herz-Thorax-Chirurgie im Libanesischen Krankenhaus, auch bekannt als Geitaoui-Krankenhaus, im Bezirk Achrafieh. Das Krankenhaus feierte erst 2017, dem Jahr seines 90-jährigen Bestehens, die Neueröffnung in einem modernen 8-stöckigen Gebäude, ausgestattet mit neuester State-of-the-art-Technik und hochwertigen medizinisch-therapeutischen Geräten internationalen Ranges. Das Krankenhaus liegt lediglich 1250 Meter vom Explosionsort am Beiruter Hafen entfernt. Am 04.08.2020 zerstörte die Druckwelle innerhalb weniger Sekunden die komplette Infrastruktur der Klinik, deren Aufbau zehn lange Jahre in Anspruch genommen hatte.

 

Dr.Borsche und Ehefrau mit Dr. Mansour

In den Trümmern fanden die deutschen Helfer Dr. Borsche und seine Frau, Dr. Eva Borsche, gemeinsam mit Dr. Ziad Mansour (re) das Hinweisschild zum Geitaoui-Krankenhaus geborgen

 

Jeder kann helfen!

 

In Anbetracht der Dramatik der aktuellen Situation in Beirut war es für Dr. med. Manassa ein Gebot der Menschlichkeit und Solidarität, den Kontakt zwischen seinen Kollegen Dr. med. Borsche und Dr. med. Eisenhardt-Borsche und seinem Cousin, Dr. Ziad Mansour, herzustellen. Das Ehepaar fackelte nicht lange und machte sich direkt auf die Reise nach Beirut. Eine ZDF-Reporterin schloss sich den beiden an. Gemeinsam werden sie nach ihrer Rückkehr von ihren intensiven Einsätzen und Erlebnissen berichten. Gerade, wenn das Maß der Zerstörung die Vorstellungskraft übersteigt, trägt jede noch so kleine Unterstützung zum Gelingen dieser großen humanitären Herausforderung bei. Beirut ist auf jede mögliche Unterstützung von außen angewiesen. Fachkräfte vor Ort können nur in dem Rahmen helfen, in welchem ihnen die Mittel hierfür bereitstehen. Jeder, der den Menschen in Beirut seine Unterstützung und Hilfe zukommen lassen möchte, ist hiermit herzlich dazu eingeladen. Spenden Sie – jeder Betrag zählt!

 

Ihre Spende kommt direkt Dr. Ziad Mansour und dem Libanesischen Krankenhaus zugute! Interplast garantiert, dass keine Verwaltungsgebühren entstehen. Somit geht jeder gespendete Betrag genau dahin, wo er benötigt wird – nach Beirut in das Geitaoui-Krankenhaus zu Dr. Mansour. Mit Ihrer Hilfe kann Interplast die Kosten für die Versorgung eines Schwerbrandverletzten übernehmen. Unterstützen Sie Interplast bei der Mission, weiteren schwerverletzten Menschen vor Ort wieder Zuversicht und Hoffnung durch notwendige operative Eingriffe zu schenken. So wird die andere Seite der plastischen Chirurgie eingesetzt – zugunsten der Menschlichkeit.

 

 

Am 4. August wurde Beirut von einer gewaltigen Explosion heimgesucht, die große Schäden hinterließ. Zerstörte Stadtviertel, niedergerissene Häuser, Scherben, Trümmer, Splitter säumen die Straßen. Auch einen Monat danach dauern die Such- und Rettungsaktionen noch an. Schätzungsweise 300.000 Menschen verloren ihr Zuhause. Der Sachschaden beläuft sich auf knapp 4,25 Milliarden Euro. Hinzu kommt das Leid jedes Einzelnen. Die Verluste, die Verletzungen, das Trauma, der Hunger. Die Welt leidet mit dem Libanon. Aus zahlreichen Ländern reisen Hilfeteams an, um beim Wiederaufbau der Stadt zu helfen. Seien auch Sie dabei! Auch Sie können helfen! Bitte spenden Sie!

Danke!

 

Spendenkonto:

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Stichwort: Beirut-Hilfe

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Text- und Bildquellen:

Wikipedia, Interplast-Germany e.V., tagesschau.de, merkur.de, nau.ch, Dr. med. Edouard Manassa, P. Haridi // Pixabay, Dr. med. Edouard Manassa, Dr. Ziad Mansour